Burnout Definition

 

 

  • Kurzdefinition

 

Burnout (Burn-out) definiert einen seelischen Krankheitszustand, der sich aus der Summe nicht mehr kontrollierbarer, geistiger, emotionaler sowie körperlicher Überforderungen ergibt, begleitet von einer affektiven Störung (Depression) und kennzeichnenden psychosomatischen Störungen bei erheblich reduzierter Leistungsmotivation. Burnout kann jeden Menschen treffen und zieht sich durch alle Berufsgruppen!

Was einmal mit idealistischer und begeisterungsfähiger Anteilnahme im beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Leben anfing, endet leider immer öfter in einem Zustand seelischer und körperlicher Überforderung. Wird dieser Druck dauerhaft ausgesessen, ignoriert oder verdrängt, sind die daraus entstehenden Krankheitsfolgen bis hin zum Burnout absehbar.

Wichtig hierbei ist, die individuelle Stresstoleranz  gegen körperlichen wie seelischen Stressoren zu berücksichtigen. Die Stresstoleranz ist abhängig von der individuellen Lebenskraft des Menschen und bestimmt die Widerstandskraft gegenüber Angriffen im direkten Umfeld.

 

Burnout ist aus medizinischer Sicht eine ernst zu nehmende “soziale Störung”. In diesem Sinn darf sie also nicht mit “Stress” oder einem “Leistungstief” gleichgesetzt werden.

Stressreize, die auf Dauer als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd empfunden werden, lösen zwar in der Folge unterschiedliche psychosomatische Befindlichkeitsstörungen aus, klassifizieren jedoch nicht gleich einen Burnout.

Doch wie so oft werden anfängliche Anzeichen, sprich erste auftretende Befindlichkeitsstörungen, unabhängig von ihren spezifischen Beurteilungsmerkmalen, von den Betroffenen nicht ernst genug genommen, meistens sogar bewusst verdrängt.

Die Entwicklung und Ausformung eines Burnout erfolgt in stufenweisen,  latenten Phasen. Akute Gesundheitsprobleme verlaufen sozusagen übergangslos in einen chronischen Zustand.  

 

  • Psychozoziale Stressfaktoren

 

  • Tod eines Angehörigen
  • Scheidung
  • Arbeitsplatzverlust, Arbeitsplatzprobleme
  • Chronische Konflikte
  • Zeitmangel, Termindruck
  • Armut und Überschuldung
  • Mobbing
  • Partnerschaftsprobleme
  • Angst
  • Perfektionismus
  • Soziale Isolation
  • Reizüberflutung
  • Schlafstörungen
  • Sucht
  • Krankheit und Schmerzen

 

  • Diagnostischer Ansatz

 

Bis jetzt kann Burnout unter medizinischen, psychologischen und psychosozialen Gesichtspunkten nicht klar definiert werden. Es gibt hierzu sozusagen keine eindeutig umrissenen diagnostischen Kriterien (nach ICD-10).

Daher spricht man auch von einer schleichend verlaufenden psychischen Erkrankung mit mittel- und langfristigen Entwicklungsphasen. Bevor sich ein Burnout eindeutig klassifizieren lässt, sollten in der Anfangsphase bestimmte Warnsymptome beachtet werden, wie z. B. :

  • häufig auftretendes Aggressionsverhalten
  • vermehrt depressive Verstimmungen
  • Leistungsabbau
  • fehlende Motivation und Kreativität
  • stark abgeflachtes Engagement
  • geistige Unbeweglichkeit
  • Zweifel und Verzweiflung
  • Suizidgedanken

 

Auslöser für eine schlussendlich klassifizierbare Burnout-Erkrankung sind  multiple psychosoziale Stressfaktoren, die anhaltende psychische wie psychosomatische Auffälligkeiten und Befindlichkeitsstörungen eindeutig erkennen lassen, und in der Folge therapeutisch unbehandelt die Lebenskraft von Körper, Geist, Seele und Emotionen in ihrer gesunden essenziellen Substanz empfindlich stören, massiv beeinträchtigen und letztlich erkranken lassen. 

 

 

 

Die Burnout-Falle, Gesprächsleitung: Anja Braun, SWR2 Forum vom 23.12.2010. Es diskutieren: Dr. Andreas Boes - Soziologe am Institut für sozialwissenschaftliche Forschung e.V. München, Günter Diehl – Unternehmer und Berater in Betrieben für die Burnout-Prävention, Konstanz, Dr. Bernd Sprenger – Arzt und Psychotherapeut, Nürnberg.

 

 Warum so viele Menschen ausgebrannt sind >>>

3 Antworten zu „Burnout Definition“

  • renate45

    Hallo Uwe, Du hast es exakt beschrieben. Es gibt die Warnzeichen, sie waren auch bei mir vorhanden. Nur wurden sie nie beachtet. Ich habe sie verdrängt, somit waren sie auch für meinen Hausarzt nicht ersichtlich.

    Diese Erkenntnis kam mir beim Durchlesen dieser Seite. Mein früherer Hausarzt, er ist leider gestorben, diagnostizierte in mehreren Fällen bei mir vegetative Störungen des Nervensystems. Ich verspürte einen schmerzhaften Druck oberhalb des Magens. Man sagt dort wäre der Sitz der Seele. Der Druck kam von Innen, so als wollte meine Seele nach Aussen. Manchmal war der Schmerz fast nicht auszuhalten.

    Mein Arzt machte sämtliche Untersuchungen, um eine ernsthafte Krankheit zu erkennen. Doch ich war körperlich vollkommen gesund. Es passierte mir mehrhaft in dieser Zeit, ich lag im Bett in einer Art Halbschlaf, ich spürte wie ich leicht nach oben schwebte. Ich breitete meine Arme aus und flog immer höher nach oben. Die Wände waren nicht mehr vorhanden. Ich sah mich unter mir im Bett liegen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Das erste Mal als es mir passierte dachte ich, es wäre ein Traum gewesen. Doch es passierte immer wieder. Manchmal sogar am Tage wenn ich in der Stube im Sofa saß und meine Gedanken abschaltete. Ich spürte eine Mattigkeit, meine Glieder wurden schwerer, ein leichtes Ziehen, dort wo auch der Schmerz war und dann war ich wieder über mir. Ich war frei!

    Einerseits machte es mir Angst, ich fürchtete nicht mehr zurück zu können, wenn es wieder vorbei war. Doch ich konnte es nicht beeinflussen. Erst mit der Zeit lernte ich meinen Körper und somit auch meine Seele so zu beherrschen, dass ich nicht mehr in diese Leere fiel. Körper und Seele blieben eins.

    Die nächste Störung kam nach meiner Scheidung, Durch die Tränen die ich weinte verlor ich fast meine Stimme. Mein Arzt schickte mich zu einem Spezialisten, wieder um ganz sicher zu sein, dass keine bösartige Krankheit die Ursache war. Es war keine! Doch er meinte meine Schleimhäute wären total ausgetrocknet und es könnte viele Jahre dauern, bis sie sich wieder erholt hätten.

    Die Jahre die dann kamen waren alles anderes als schön. Doch ich arbeitete. Je mehr Kummer ich hatte umso mehr arbeitete ich. Manchmal rund um die Uhr um ja nicht nachzudenken. Die Arbeit war meine Medizin.

    Als mich das Schicksal einholte, eigentlich unvorbereitet, war es fast zu spät. In den ersten Monaten hatte ich Angst vor der vollkommenen Entspannung. Ich unterdrückte jedesmal den Drang meiner Seele nach Aussen. Ich schreckte richtig zusammen, wenn es wieder soweit kam. Ich wusste, wenn ich es zulasse, ich würde den Weg zurück nicht mehr schaffen. Diese Zeit ist nun vorbei. Meine Seele fühlt sich wohl in ihrem Körper. Was hast Du mir dazu zu sagen lieber Uwe? Es ist die reine Wahrheit.

    Herzliche Grüsse, Renate

    • Uwe Bernd Altrichter

      Liebe Renate!

      Zuerst einmal gebührt dir Couragiertheit und Anerkennung für deine Offenheit, in dieser Form über deine Gefühle zu schreiben. Wer an diesem Punkt ankommt, trägt entscheidend dazu bei, Eigentherapie zu betreiben. Wer den Mut hat über seine eigenen, tief bewegenden, auch schmerz- und leidvollen Gefühle zu schreiben, ist gleichwohl für die seelisch-emotionale Innenschau bereit.

      Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass diese Form der Aufarbeitung von Problemen aller Art ein besonders hilfreiches, sehr persönliches Instrument darstellt.

      So wie du liebe Renate, die das Tal bitterer Tränen durchlaufen musste, so gibt es sicher andererorts Betroffene, welche diese Wanderung leider oder vielleicht “Gott sei Dank” noch vor sich haben. Warum das …? Die Erfahrung zeigt auf bedauerliche Weise, dass die meisten Menschen erst dann zu einer persönlichen Veränderung bereit sind, wenn sie weder ein noch aus wissen oder das scheinbar so wohl behütete wie begüterte Leben schon in sich zusammengefallen ist.

      Um so mehr freue ich mich auf offene, ansprechende Kommentare wie deinen, der anderen Menschen zum Nachsinnen verhelfen soll, trotz ihrer körperlichen, seelischen und emotionalen Ohnmacht Mut zu schöpfen. Es ist meine feste Überzeugung, aus jeder Hölle führt ein Weg in den irdischen Himmel. Wir müssen ihn nur gehen! Die Hoffnung auf Besserung reflektiert stille Passivität und erzeugt letztlich nur eine Verschlimmerung der Ursachen sowie die Verdrängung der Kernprobleme.

      Ich schließe mit den Worten: “Alles wird gut!”

  • renate45

    Lieber Uwe, ja “Alles wird gut!”
    Ich möchte es hier noch einmal ausführen. Als mein Wunsch zu schreiben, noch nichts weiter als ein Wunsch war, hatte ich nie den Gedanken, meine eigene Biografie zu schreiben. Ja auch noch nicht, als ich die Schule des Schreibens absolvierte. Ich habe mehrere Ordner von Erzählungen die ich weiter verarbeiten wollte. Diese Arbeit hatte ich mir für die Zeit nach meiner Pensionierung vorbereitet. Dann wurde ich vor meiner Pensionierung krank. Das Schreiben holte mich ins Leben zurück. Ich hatte eine Aufgabe. Ich denke, das Wichtigste im Leben jedes Menschen ist, eine Aufgabe zu haben. Und wenn diese Aufabe mit dem inneren Wunsch des Menschen, das zu tun was er gerne möchte übereinstimmt, mobilisiert er all seine inneren Kräfte. Bei mir war es so. Wenn Menschen aus meinen Büchern Mut schöpfen, dann habe ich mein Leben nicht umsonst aufgeschrieben. Wenn ich mein drittes Buch fertig habe, es ist das, was am schwersten zu schreiben ist, dann wird so mancher begreifen, es gibt immer einen Weg zurück. Da fällt mir ein Spruch aus der Bibel ein, obwohl ich einen anderen Sinn des Glaubens habe, bin ich doch auch ein suchender Mensch. “Gott prüft die, die er liebt, am meisten.”
    Herzliche Grüsse, Renate

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