Archiv der Kategorie: Burnout Wissenschaft

Geheime Burnouts

 
  • Menschen – Psychologie – Wissenschaft
 

Pathografie: So nennt sich ein neuer Zweig der Geschichtsforschung, der sich mit den Krankenakten berühmter Herrscher, Heerführer und Künstler befasst. Und immer wieder stoßen die Wissenschaftler dabei auf eine Diagnose: Burnout

 

  • Kaiser Caligula / Diagnose: Narzissmus
 

 
  • Wie viel Hass entspringt einem Zusammenbruch?

 

Es ist das schlimmste Monster, das je auf dem römischen Kaierthron Platz genommen hat. In denJahren 37 bis 41 nach Christus lässt Caligula die Straßen Roms mit Blut fluten.

Er vergewaltigt, lässt foltern und töten. Dabei sind die ersten sechs Monate seiner Herrschaft friedlich. – bis er einen Nervenzusammenbruch erleidet. Danach ist er wie ausgewechselt, wird zum Psychopathen.

Der Grund: Caligula hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, er ist süchtig nach Anerkennung. Damit die Bürger Roms ihn lieben, verschenkt er anfangs seiner Herrschaft Geld, bis er fast Pleite ist.

Selbst die Prätorianer-Garde, die Schattenmacht Roms, kann er nicht mehr bezahlen. Angst ergreift den jungen Kaiser, er wittert jetzt überall Ablehnung und Verrat und zeigt den Römern sein anderes Gesicht.

Um seine Panik und den drohenden Burnout zu verhindern, putscht er sich mit immer mehr Adrenalin auf. Seine Persönlichkeitsstörung hat jetzt freie Bahn, er folgt seiner grenzenlosen Zerstörungswut – und beschwört damit das herauf, was er am meisten fürchtet: Im Januar 41 befreit ein Prätorianer Rom mit einem Schwerthieb von diesem Tyrannen.

 

  • Quelle: Welt der Wunder, Heftausgabe 1/12

 


Geheime Burnouts

 
  • Menschen – Psychologie – Wissenschaft

 

Pathografie: So nennt sich ein neuer Zweig der Geschichtsforschung, der sich mit den Krankenakten berühmter Herrscher, Heerführer und Künstler befasst. Und immer wieder stoßen die Wissenschaftler dabei auf eine Diagnose: Burnout

 

  • Willy Brandt / Diagnose: Traumatisierung

 

 

  • Wie hart im Nehmen muss ein Politiker sein?

 

Wer sein Vater ist, weiß er nicht. Er sieht seine Mutter nur selten. Als er 1913 in Lübeck geboren wird, gehört er der sozialen Unterschicht an – in einer Zeit, die großen Wert auf Unterschiede legt.

Im zweiten Weltkrieg taucht er in Norwegen als Widerstandskämpfer unter, was ihm zeitlebens von konservativen Deutschen als Verrat ausgelegt wird.

Kein späterer Kanzler der Bundesrepublik durchlebt eine so traumatische Jugend wie Willy Brandt. Dabei entwickelt er eine Fähigkeit, die selten in der Politik ist: Er kann ausgleichend wirken.

Versöhnung zwischen Ost und West ist das große politische Ziel des ersten SPD-Kanzlers seit 1945. Er erhält für seine erfolgreiche Ostpolitik den Friedensnobelpreis.

Doch seine Aufgaben als Partei- und Fraktionsvorsitzender und Kanzler laugen ihn aus. Das vermittelnde in seinem Wesen hemmt seine Entschlusskraft. Die Konflikte türmen sich berghoch.

Als ihn selbst Parteifreunde immer härter kritisieren, verliert Brandt den inneren Halt: Er ist tagelang für niemanden zu sprechen, verdrängt mit Alkohol und außerehelichen Affären politische und private Probleme.

Als ruchbar wird, dass sein persönlicher Assistent, Günter Gaullaume, DDR-Agent ist, dankt Brandt ab. Doch der Spionage-Skandal ist als Rücktrittsgrund nur vorgeschoben. Tatsächlich steht der Kanzler 1974 vor einem akuten Burnout – und rettet sich mit dem Rücktritt vor dem totalen körperlichen Zusammenbruch.

 

  • Quelle: Welt der Wunder, Heftausgabe 1/12

 

 

 

 


Geheime Burnouts

 
  • Menschen – Psycholgie – Wissenschaft

 

Pathografie: So nennt sich ein neuer Zweig der Geschichtsforschung, der sich mit den Krankenakten berühmter Herrscher, Heerführer und Künstler befasst. Und immer wieder stoßen die Wissenschaftler dabei auf eine Diagnose: Burnout

 

  • Boris Jelzin / Diagnose: Alkoholsucht
 

  

  • Kann Alkoholsucht zur Dikatur führen?

 

Boris Jelzin ist das Symbol der Hoffnung und des Niedergangs zugleich. Mit einem Megafon steigt er am 19. August 1991 auf einen Panzer vor dem weißen Haus in Moskau. “Werdet nicht zur blinden Waffe von Verbrechern” ruft er.

Sein Appell richtet sich an die Soldaten, die das Gebäude umzingelt haben. Kommunistische Hardliner habe sie hierher geschickt, um gegen die reformfreudige Regierung Gorbatschows zu putschen. Jelzins Worte zeigen Wirkung: Die Soldaten laufen zu ihm über.

Boris Jelzin wird zum Volkshelden und zum ersten gewählten Präsidenten des neuen Russlands. 8 Jahre lang versucht er, das Land in die neue Zeit zu führen. Doch am 31. Dezember erklärt Jelzin überraschend seinen Rücktritt. Als Nachfolger stellt er Wladimir Putin vor.

Es ist fast so wie ein stiller Staatssreich. Hinter den Kulissen hält Jelzin schon lange nicht mehr die Fäden in der Hand. Der Volksheld von 1991 ist mit der Rolle des Staatslenkers überfordert. Jelzins Leidenschaft endet im Alkoholismus und einem schweren Burnout.

Putin, Mitglied im Komitee der Staatssicherheit, kann den alten Mann wie eine Marionette dirigieren. Mit der Empfehlung des beim Volk beliebten Jelzin ist Putins Wahl zum Präsidenten nur eine Formsache.

Bis 2008 übt Putin das Amt aus. Danach fungiert er erneut als Minnísterpräsident, um 2012 wieder Staatspräsident zu werden. Wahlen werden manipuliert. Faktisch herrscht Putin seit über 10 Jahren wie ein Diktator über das Land.

Doch in Moskau formiert sich jetzt neuer Widerstand auf den Straßen – diesmal gegen den neuen Zaren Putin. Russland vom Sowjetstaat zur Demokratie zu fühen erweist sich als langer Weg. Spannend bleibt die Frage, wann das Land ankommt.

 

  • Quelle: Welt der Wunder, Heftausgabe 1/12 

 

 

 


Geheime Burnouts

 
  • Menschen – Psychologie – Wissenschaft

 

Pathografie: So nennt sich ein neuer Zweig der Geschichtsforschung, der sich mit den Krankenakten berühmter Herrscher, Heerführer und Künstler befasst. Und immer wieder stoßen die Wissenschaftler dabei auf eine Diagnose: Burnout

 

  • Pharao Echnaton / Diagnose: Religiöser Wahn
 

 

  • Kann Burnout einen Pharao vernichten?

 

Die am höchsten entwickelte Zivilisation der Welt ist wie gelähmt. Im 14. Jahrhundert vor Christus überrennen hethitische Heere einen ägyptischen Vasallenstaat nach dem anderen. Statt Soldaten zu entsenden ist Schweigen die Reaktion am Nil.

Dort herrscht Pharao Echnaton. Aber regiert er wirklich? Die Hauptstadt Theben hat er verlassen. Die alten Tempel verfallen.

Stattdessen frönt Echnaton  in einer Rekordzeit aus dem Wüstensand gestampften Königsstadt weitentrückt dem neuen Aton-Kult, lässt sich als höchster Priester zweischen dem Sonnengott Aton und den Menschen huldigen.

Echnaton will wie seine Vorgänger 1000 Jahre zuvor als göttlich verehrt werden – eine Realitätsflucht fantastischen Ausmaßes, vergleichbar mit der von König Ludwig II von Bayern, der über 3000 Jahre später vom Bauwahn befallen war.

Politik interessiert Echnaton kaum, die Sorgen seiner Untertanen wohl noch weniger. Er lebt für seinen Kult. Michts anderes gilt. Ist dies erst der Startschuss für den Burnout – oder schon das Finale?

Fest steht, dass Echnaton den schlimmsten Fehler begeht, den ein Herrscher machen kann. Er verliert den Kontakt zu seiner Umwelt – und am Ende nach den grausamen Regeln des Burnouts auch zu sich selbst.

Um keinen Pharao streiten Archäologen so sehr wie um Echnaton. War er unfähig? Ein religiöses Genie? Eine klinische Diagnose seiner Persönlichkeit ergäbe krankhaftes Selbstbewusstsein, übersteigerte Erregbarkeit und kommunikative Unfähigkeit. Doch niemand korrigiert einen Pharao. Ein Pharao regiert – oder stürzt.

Das Burnout-Schicksal Echnatons endet wahrscheinlich in einer katastrophe. Sein Grab ist bis heute nicht gefunden. Es gab wohl keines. Alles spricht dafür, dass Echnatons Leiche in der Wüste verscharrt wurde wie die eines Verbrechers.

 

  • Quelle: Welt der Wunder, Heftausgabe 1/12

 


Geheime Burnouts

 
  • Menschen – Psychologoe – Wissenschaft
 

Pathografie: So nennt sich ein neuer Zweig der Geschichtsforschung, der sich mit den Krankenakten berühmter Herrscher, Heerführer und Künstler befasst. Und immer wieder stoßen die Wissenschaftler dabei auf eine Diagnose: Burnout

 

  • Che Guevara / Diagnose: ADHS

 

 

  • Kann Stress einen Mann zum Revolutionär machen?
 

Er steht immer unter Hochspannung, kann nicht stillhalten. Selbst im Sitzen wackelt er mit den Beinen und stampft mit den Füßen auf den Boden. Es ist eng im Zimmer, obwohl die Fenster weit geöffnet sind.

Wie lange geh das hier noch? Und warum ist es so heiß? Mit einem Ruck steht Che Guevara von seinem Stuhl auf und geht wortlos aus der Sitzung. So laufen viele seiner Besprechungen ab, seit er nach seiner siegreichen Revolution 1959 auf Kuba Industrieminister geworden ist.

Draussen saugt er die Luft Havannas in sich auf, sie schmeckt fad. Dann beginnt er zu laufen, wie er es immer macht, wenn er sich gefangen fühlt.

Ihm wird klar: Er muss hier weg. 1965 verlässt er Kuba, um die Regierung in Bolivien zu stürzen. Dabei überschätzt er sich vollkommen: Che Guevara will nur mit 30 Mann die Revolution herbeiführen. Das ist zum Scheitern verurteilt.

1967  wir er von der bolivianischen Armee gefangen genommen und erschossen. Die Legende lebt weiter. Und hinterlässt offene Fragen: Warum nur begab Che sich auf eine Selbstmordmission nach Bolivien?

Sicher, er konnte sich mit der Politik Fidel Castros auf Kuba immer weniger identifizieren, doch Forscher von der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio Grande do Sol in Brasilien erklären sich das so:

Seit seiner Kindheit litt Che Guevara an ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit). Die Hyperaktivitätsstörung war ein Teil seines Antriebs bei der Revolution auf Kuba. Doch ADHS-Betroffene können generell schnell einen Burnout erleiden.

Die Forscher vermuten, dass genau dies auf Kuba mit Che Guevara geschehen ist. Seine Krankheit trieb in nach Bolivien – und in den Tod. Denn ADHS kann auch zur Selbstüberschätzung führen.

 

  • Quelle: Welt der Wunder, Heftausgabe 1/12

 


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